Haiku der Woche 12 – 22. März 2026

Es ist kalt, man kann nicht raus. Es ist Fastenzeit, man darf nicht essen. Das Geld ist alle, man kann nichts tun. Aber man kann lesen, und da ist es gut, dass vor einigen Tagen das neue „Sommergras“, die Vierteljahresjahresschrift der Deutschen Haiku-Gesellschaft, im Briefkasten lag. In den Dutzenden von Haiku, Haibun, Tanga und Haiga wird eine große Bandbreite von Themen abgedeckt. Da ist das gewichtige Haiku, das sich um die großen Fragen des Werdens und Vergehens kümmert, da ist das besorgte Haiku, das die schwierigen Zeitläufte in den Blick nimmt, da ist das Haiku, das unseren Blick auf Kleinigkeiten – und damit irgendwie doch aufs große Ganze – lenkt.

 

 

Die Spur, die ich ließ,
u
nd die Spuren der anderen:
un
unterscheidbar.

Volker Friebel

 

 

Am Totensonntag
ein neues Wort erklären:
M
usterungsbescheid.

Moritz Wulf Lange

 

 

Kartons gestapelt
im
Umzugswagen
am
Boden ein Schnuller

Anita Falcke

 

 

Diese drei Gedichte – und viele andere – finden sich auch auf dem Onlineportal der Deutschen Haiku-Gesellschaft.