Haiku der Woche 16 – 19. April 2026
Ob Friedrich Hölderlin – so fragt sich Robert Hunger-Bühler – wohl wusste, als er sein berühmtes Gedicht „Hälfte des Lebens“ schuf, dass die letzten drei Zeilen ein geniales Haiku bilden? Drei untergeschobene „Haiku“ großer Dichter.
Die Mauern stehen
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen
Friedrich Hölderlin
Wer jetzt kein Haus hat,
wird sich keines mehr bauen.
Wo wird er wohnen?
nach Rainer Maria Rilke
Alles, was schön ist,
wird stetig fortgetragen
vom Wasser.
nach William Butler Yeats
Eigene Haiku von Robert Hunger-Bühler finden sich hier. – Von Rilke gibt es auch authentische Haiku, oder zumindest Haiku-ähnliche Gedichte – siehe hier.