Haiku der Woche 17 – 26. April 2026

Der Frühling in vollen Prachten. Überall blüht und blüht es. Zeit für die Klassiker, für die vier Großen der japanischen Tradition.

 

 

Erschöpft vom Wandern
Z
eit, eine Herberge zu finden
Aber da: die Glyzinien!


Bashō (1644 – 1694)

 

 

Der alte Brunnen –
in
die dunkle Tiefe fällt
eine
Kamelienblüte


Buson (1716 – 1784)

 

 

Die Pflaumenblüten duften
D
och da mag kommen wer will:
m
eine Teeschalen – alle kaputt


Issa (1763 – 1828)

 

 

Nicht festzuhalten:
der
Duft des Frühlings
im
bunten Gewand


Shiki (1867 – 1902)

 

 

Die vier Haiku fand ich – und gebe sie hier mit kleinen Eigenmächtigkeiten wieder – in dem bedeutenden Reclam-Band Haiku – Gedichte aus fünf Jahrhunderten, herausgegeben von Eduard Klopfenstein und Masami Ono-Feller (Bashō und Issa), und auf der Webpräsenz Hoshitori-Haiku von Lenny Löwenstern (Buson und Shiki).