Haiku der Woche 18 – 3. Mai 2026

Noch zehn Monate ist es hin: Am Sonntag Laetare des Jahres 2027, dem 7. März, soll die Uraufführung sein meiner aktuellen Arbeit, eine Folge von fünf kurzen Stücken für sieben Musiker (fünf Bratschen, Blockflöte, Percussion). Fünf Haiku habe ich als Textgrundlage ausgesucht:

 

 

Der Pflaumenblütenzweig
gibt seinen Duft
dem, der ihn brach.

Chiyo-ni (1703–1775)

 

 

Ja, Schnecke,
b
esteig den Fuji, aber
l
angsam, langsam!

Issa (1763 – 1828)

 

 

Diesen Weg
g
eht niemand
an
diesem Herbstabend.

Bashō (1644 – 1694)

 

 

Winterregen.
Eine
Maus läuft über die Saiten
der
Mandoline.

Buson (1716 – 1784)

 

 

Der alte Teich
E
in Frosch springt hinein
das
Geräusch des Wassers

Bashō (1644 – 1694)

 

 

Die Texte – so plane ich es jetzt – werden nicht gesungen werden, sondern gesprochen, in den musikalischen Ablauf integriert. Das die Auswahl mindestens zwei der bekanntesten Haiku überhaupt enthält, liegt nicht an diesem Popularitätsbonus, sondern an den musikalischen Möglichkeiten der Texte. – Ich freue mich auf die Arbeit und auf den Sonntag Laetare.

 

Ich werde wissen,
ob
ich mich denn freuen darf –
in e
inem Jahr.

Wolfgang Volpers