Haiku der Woche 3 – 18. Januar 2026

Horst Ludwig sendet ein Haiku von weither, aus Trumpland, und schreibt dazu: „Bevor man US-Staatsbürger werden kann, muss man eine Zeitlang in einem Staat gelebt haben und Einwohner da werden. Jetzt lebe ich, hohen Alters bedingt, im Riesenstadtgebiet Seattle, und der Staat Washington hat mich mit Gruß und Gratulation als Einwohner willkommen geheißen, aber nicht meinen Führerschein einfach verlängert (den meiner Frau ohne weiteres); dazu sah ich in meinem Rollstuhl dem ernsten, aber doch freundlichen Staatsbeamten wohl doch zu alt aus. Und ich stimme dem zu, wenn ich mich nun auf meiner Staatskarte fotografiert sehe, die ich ‘within two weeks’ zugeschickt bekam, wie der Washingtoner Staatsbeamte es mir zugesichert hatte. Zurückgelehnt in meiner Sesselliege seh ich nun am Fernseher, was Trumps Sturmabteilungs-Marschleute da in Minnesota, welches mir fast ein halbes Jahrhundert Wohnstatt und Arbeitsplatz war, tagsüber und bei Nacht und Nebel alles so anstellen. Und meine Frau, Japanerin, ist regelrechter US Green Card Holder, weil sie mit mir verheiratet ist. So leben wir hier hin…“

 

Bewusste Auswahl.
Ich
wurde US-Bürger
in Minnesota.


Horst Ludwig

 

 

Birgit Ludwig sendet ein Haiku aus der Stadt ganz in der Nähe und schreibt dazu: „es schneit – es taut – es schneit“…

 

Alltagsmelodie
K
ratzen, Knarren und Knirschen
S
puren im Schnee


Birgit Wendling

 

 

Vielen Dank an Horst Ludwig – em. Prof. of German (Gustavus Adolphus College) – und, immer wieder, an Birgit Wendling für ihre Originalbeiträge.