Haiku der Woche 52 – 28. Dezember 2025
Die Zeit „zwischen den Jahren“. Ich greife zu einem Buch, das auf dem Gabentisch gelegen hatte. Jan Snela hat einen Roman mit dem Titel „Ja, Schnecke, ja“ geschrieben, offenbar inspiriert von Kobayashi Issas berühmtem Haiku (hier in mehreren Übersetzungen):
Ja, Schnecke,
besteig den Fuji, aber
langsam, langsam.
Issa
„Jan Snela erzählt in seinem Roman“, so heißt es im Klappentext, „von dem großen Durcheinander, in dem wir stecken: wir Menschen, wir Tiere, wir Pflanzen.“ Doch erst einmal ist mir wichtiger, dass jedes der kurzen Kapitel mit einem Haiku endet, viele davon sehr eindrucksvoll.
Im Schaum der Welle,
die zart im Mondlicht glitzert –
Tanz, Schnecke, tanz!
Wer es wohl ist, der
mit meinem Auge blinzelt,
und sieht, was er sieht?
Jan Snela
Und dann lasse ich das Buch sinken und überlasse mich, jetzt in der Zeit zwischen den Jahren, meinen Gedanken.
Am Schreibtisch sitzen.
Den Rest der Tage zählen.
Wer weiß, wie viele.
Wolfgang Volpers