Anmerkungen und Nachweise zu „Josquin für Anfänger“

  • Was haben wir von früher:  Neuwirth, Erzählung von Zahlen, S. 5
  • Der Text der lateinischen Messe:  übernommen von http://www.basilikachor.at
  • lese ich bei Bruno Stäblein:  Stäblein, Messe, S. 20
  • Bild des Chateau de Bailleul:  www.tourismevalenciennes.fr
  • Josquins Missa Pange lingua entstand wohl um 1515:  David Fallows, immerhin einer der ganz großen Josquin-Kenner, datiert das Werk etwas früher. „Whether Missa Pange lingua was composed before or after 1514 is not of great importance. But my view that it dates from around 1510 has its impact on my view of his last years, devoted largely to exploring small forms, particularly in five voices. It also has its impact on any view of his work as a mass composer: to me it looks as though he devoted himself to this genre in earnest only for the key twenty years of his career, namely from about 1490 to about 1510 (when he was approaching sixty years of age). These are the years of his high maturity; and they could well be the years of his greatest productivity.“ (Fallows, Josquin, S. 323)
  • Aus der englischen Wikipedia:  „Condé-sur-l’Escaut is known in music history as the home, place of retirement, and burial place of Renaissance composer Josquin des Prez. He was provost of the church of Notre-Dame, which had one of the most sumptuous musical establishments in Hainaut, exceeded only by the cathedral at Cambrai, as well as St. Vincent at Soignies. Josquin’s house was on the market square; on his death he left an endowment for processions to stop at the statue of the Virgin Mary, attached to a wall of his house, and sing his six-voice Pater noster. He was buried in the church, which was destroyed in 1793 along with his tombstone.“
  • Erst Ende der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts:  Michael Silies, im Abschnitt „Leben“ seiner beeindruckenden Webpräsenz josquindesprez.com, die (unter anderem) das Ziel verfolgt, das „Werk Josquins einem breiteren Publikum verfügbar und zugänglich zu machen“.
  • Bild aus der Sixtinischen Kapelle:  https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-08/vatikan-josquin-desprez-radio-vatikan-cd-renaissance-sixtina.html
  • Ein Geistlicher – Josquin war ein solcher / Er nutzt seinen Aufenthalt in Rom:  Heidloff Herzig, Musik der Renaissance, S. 26
  • David Brößner geht noch weiter:  Brößner, Hörbares Gebet, S. 174
  • Josquins Zeit in Italien:  Lütteken, Musarum Decus, S. 40
  • Bild einer Handschrift:  Österreichische Nationalbibliothek, Handschriften- und Inkunabelsammlung, Ms. 4809, fol. 1v (A003), hier übernommen von josquindesprez.com. – Das Bild zeigt den Beginn des Kyrie der Missa Pange lingua in der Oberstimme, dem superius.
  • Moderne Editionen:  Die Ausgabe von Friedrich Blume aus der Reihe „Das Chorwerk“ ist erschienen im Möseler Verlag Wolfenbüttel. Die Ausgaben von Paul-Gustav Feller und Anastassia Rakitianskaia sind auf IMSLP zugänglich.
  • Bild mit den Notenwerte der Mensuralnotation“:  Wikipedia-Artikel „Mensuralnotation“
  • Dabei entspricht die Brevis:  Heidloff Herzig, Musik der Renaissance, S. 155 und 158 – In jedem Fall mussten die Komponisten: ebd., S. 46
  • Pange lingua sind die Anfangsworte:  Wikipedia-Artikel „Pange lingua“
  • Die Melodie des Kyrie:  Reutter, Melodienbau in der Renaissance
  • Für Juan Allende-Blin beschreibt diese Melodie:  Allende-Blin, Beobachtungen, S. 75
  • Auch für Josquins Messen gibt es Versuche:  Pietschmann, Sublimierte Sinnlichkeit, S.  61. – Das folgende Bild stammt aus Neuwirth, Erzählung von Zahlen, S. 25. Neuwirth untersucht nicht die Missa Pange lingua, sondern die Missa Ad fugam.
  • Noema (Kernsatz) ist eine Partie:  Allende-Blin, Beobachtungen, S. 83
  • Josquin vermeidet grundsätzlich:  Allende-Blin, Beobachtungen, S. 76
  • Alle Anfänge und Schlüsse der Messeteile:  Allende-Blin, Beobachtungen, S. 78. – Die Quarte, ein eigentlich dissonantes Intervall, wird in mehrstimmigen Klängen durch die sogenannte Quartlizenz ermöglicht, wenn sie denn nicht im Verhältnis zum tiefsten Ton erklingt.
  • Das um 1500 herrschende musikalische Formgesetz:  Dahlhaus, Kritische Anmerkungen, S. 123 f.
  • mit einem eindrucksvollen quasi einstimmigen Beginn:  Für David Fallows ist dies ein „Moment von bemerkenswerter Kühnheit“: „There are also moments of striking boldness in Missa Pange lingua, most notably the opening of the Benedictus, where a single figure is heard five times at different pitches without accompaniment […] (I like to think that this is an invitation to performers to exaggerate the gaps between statements of the word ‚Benedictus’.)“ (Fallows, Josquin, S. 321)
  • Friedrich Blume hält das Agnus III:  im Vorwort seiner Ausgabe der Missa Pange lingua. Blume spricht freilich von „Agnus II“, da er in seiner Ausgabe das zweite Agnus – aus unerfindlichen Gründen – fortlässt.
  • Dieter de la Motte hat die hohen und und tiefen Töne:  de la Motte, Statistische Analyse, S. 123. Auch de la Motte spricht vom „Agnus II“ – er hat offenbar die Ausgabe von Friedrich Blume benutzt, die das mittlere Agnus fortlässt.
  • David Fallows weist darauf hin:  Fallows, Josquin, S. 24: „This was in general a training to become a priest or at least a cleric rather than to become a musician or a composer. […] What a choirboy would have learned was devotion, the Gregorian chant repertory, the psalms, and the internal poetry of church services.“
  • Im Falle Josquins ist bekannt:  Pietschmann, Sublimierte Sinnlichkeit, S. 62
  • Er vermachte der Kirche:  Wikipedia-Artikel „Josquin“
  • Ein Beispiel für eine solche Akzentsetzung:  Pietschmann, Sublimierte Sinnlichkeit, S. 71
  • Für David Brößner realisiert sich:  Brößner, Hörbares Gebet, S. 183 f. – Das Zitat wurde von mir gekürzt.
  • dass dafür Memorialstiftungen nötig und nützlich sind:  Eine Memorialstiftung wie die in Josquins Testament geschah nicht, um die Nachwelt, sondern um Gott an den Stifter zu erinnern. 
  • während Josquin in Condé seine Messe komponierte:  Wiki gibt die Jahre 1512 bis 1516 als Entstehungszeit des Isenheimer Altars an. Zur Entstehungszeit der Missa Pange lingua vgl. den Anschnitt „Biographisches“ im Haupttext und oben die fünfte Anmerkung. 
  • Es war nicht nur, aber in besonderem Maße:  Pietschmann, Sublimierte Sinnlichkeit, S. 60

 

 

Literaturliste

Juan Allende-Blin, Beobachtungen über die „Missa Pange lingua“, in: Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn (Hrsg.), Musik-Konzepte 26/27, München 1982

David Brößner, Hörbares Gebet – Die Missa Pange lingua, in: Christine Wiesenfeldt (Hrsg.), Die Messen Josquins – Eine Einführung, Würzburg 2020

Carl Dahlhaus, Kritische Anmerkungen, in: de la Motte, siehe den folgenden Titel 

Dieter de la Motte, Statistische Analyse – Josquin des Prés: Missa „Pange lingua“, Agnus II, in: Musikalische Analyse, Kassel 1978

David Fallows, Josquin, Turnhout 22020

Ludwig Finscher, Die Messe als musikalisches Kunstwerk, in: Ludwig Finscher (Hrsg.), Die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts, Neues Handbuch der Musikwissenschaft (Teil 1), Laaber 1989

Guido Heidloff Herzig, Die Musik der Renaissance, Darmstadt 2019

Laurenz Lütteken, Musarum Decus? Josquins Wirklichkeiten und die Wirklichkeit Josquins, in: Ulrich Tadday (Hrsg.), Josquin des Prez, Musik-Konzepte Sonderband XI/2021

Gösta Neuwirth, Erzählung von Zahlen, in: Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn (Hrsg.), Musik-Konzepte 26/27, München 1982

Klaus Pietschmann, Sublimierte Sinnlichkeit, Josquins Messen in liturgie- und frömmigkeitsgeschichtlicher Perspektive am Beispiel der Missa Gaudeamus, in: Ulrich Tadday (Hrsg.), Josquin des Prez, Musik-Konzepte Sonderband XI/2021

Hans Peter Reutter, Einstimmigkeit: Melodienbau in der Renaissance, http://www.satzlehre.de/satzlehrgang/renaissancemelodien.htm, abgerufen am 6.4.2022

Michael Silies, https://josquindesprez.com, abgerufen am 4.4.2022

Bruno Stäblein, Messe, in: Walter Blankenburg (Hrsg.), Musikalische Gattungen in Einzeldarstellungen, Band 2: Die Messe, München 1985

Wikipedia (englisch), Artikel „Condé l’Escaut“, abgerufen am 8.4.2022

Wikipedia, Artikel „Josquin“, abgerufen am 8.4.2022

Wikipedia, Artikel „Mensuralnotation“, abgerufen am 10.4.2022

Wikipedia,  Artikel „Pange lingua“, abgerufen am 6.4.2022